Aalmontage: Einfache Grundmontage für „fast“ jedes Gewässer

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.6/5 (14 votes cast)

Aalmontage: Die einfache Grundmontage zum Aalangeln

Wir beginnen mit einer sehr einfachen, schnell zu fertigen und recht günstigen Aalmontage – Aal Grundmontage, mit der ich selbst sehr häufig und erfolgreich zum Aalangeln fahre. Diesen Grundtypen einer Aal Grundmontage / Laufbleimontage habe ich lediglich durch ein Tiroler Hölzl verändert, um die Grundmontage mit dieser minimalen Veränderung perfekt auf meine Bedürfnisse am Gewässer anzupassen. Bevor ich den Grund nenne, wieso ich mich für ein Tiroler Hölzl statt für ein gängiges Grundblei entschieden habe, wollen wir erstmal von vorne beginnen und kurz die Varianten von Grundmontagen aufzählen.

Eine erfolgreiche Aalmontage soll den Köder möglichst auf bzw. knapp über dem Gewässergrund anbieten und den Köder dabei möglichst natürlich aussehen lassen. Aale werden diesen Köder wittern und es kommt zum Aal Biss, allerdings gibt es zwei Grundformen von Aal Grundmontagen – bei der einen Hakt sich der Aal selbst und bei der anderen muss der Anhieb durch den Angler selbst erfolgen.
Festbleimontage / Selbsthakmontage: Ein festsitzendes Blei bildet dabei den bildlichen Anker dieser Aalmontage. Sobald ein Aal auf diese Montage einsteigt, zubeißt,  den Köder samt Aalhaken aufnimmt und abziehen will, fungiert das Festblei als Anker und reißt den extrem spitzen Aalhaken in das Maul des abziehenden Aal. Deshalb auch als Selbsthakmontage bezeichnet, weil sich der Aal selbst hakt und es nicht unbedingt auf den schnellen Anhieb des Anglers drauf ankommt. Die Selbsthaktmontage ist eine sehr beliebte und unkomplizierte Variante, die vor allem von neuen und unerfahrenen Aalanglern angewandt wird – die Selbsthakmontage ist sehr erfolgreich!
Laufbleimontage: Bei dieser Grundmontage zum Aalangeln befindet sich das Grundblei entweder direkt auf der Schnur oder es wird an einem Wirbel bzw. Anti-Tangle-Boom befestigt, der auf der Angelschnur läuft. Das entscheidende bei dieser Grundmontage ist, bei einem Aal Biss bleibt das Grundblei an seinem Platz am Gewässergrund und stellt in diesem Sinne keinen Widerstand für den Aal dar, dieser soll den Aalköder aufnehmen und frei abziehen können! D.h. die Angelschnur soll ohne Widerstand durch das Grundblei ablaufen können, deshalb wird besonders das Anti-Tangle-Boom dabei sehr gerne von Aal Anglern genommen, da es dieses gewährleistet. Der Biss wird dem Angler entweder durch die abziehende Angelschnur bzw. durch einen Bissanzeiger angezeigt. Der Angler kann dann entsprechend seiner Erfahrungen selbst die Entscheidung treffen, wann der Zeitpunkt zum Anhieb und zum Einziehen der Aalmontage gekommen ist.
Zu den beiden genannten Grundtypen von Grundmontagen gibt es natürlich eine Vielzahl an verschiedensten Variationen!

Die einfache Aalmontage / Grundmontage – Laufbleimontage für den Aal

Bei dieser sehr einfachen Aal Grundmontage handelt es sich um eine Laufbleimontage. Auf meine geflochtene 0,12 mm Angelschnur wird ein Anti-Tangle-Boom und anschließend eine Perle (Stopperperle) aufgezogen. Das Anti-Tagle-Boom gibt es in verschiedenen Größen und Farben. Zwar habe ich bisher noch keinen Unterschied bei der Aal Biss Ausbeute feststellen können, was die Verwendung von verschiedenen Farben beim Anti-Tangle-Boom betrifft z.B. neon grünen oder schwarzes Anti Tangle Boom, trotzdem tendiere ich zu dunklen Farben beim Anti Tangle Boom! Nach dem Aufziehen der Perle (Stopperperle) auf die Angelschnur wird diese am Wirbel befestigt. Dazu sollte man den Clinch-Knoten oder Trileneknoten verwenden, wie es ohnehin die meisten Angler bereits tun. In den Wirbel wird dann schließlich der Aalhaken eingehängt. Anfänger sollten dabei vorgefertigte Aalhaken Vorfächer verwenden, bereits erfahrene Angler können gerne Einzelhaken wählen und diese selbst mit Vorfächern versehen – das bringt den großen Vorteil, dass man selbst über die Vorfachlänge, Vorfachstärke und Farbe entscheiden kann. Man sollte die Haken Wahl nicht hinsichtlich des Preises treffen, ein spitzer und belastbarer Aalhaken ist unerlässlich und sorgt insbesondere bei großen Aalen dafür, dass diese gelandet werden!!  Ich verwende deshalb ausnahmslos Aalhaken der Firma Gamakatsu, die durch Stabilität und schärfe brillieren – damit auch große Aale gelandet werden! Die Vorfächer binde ich mit den Einzelhaken von Gamakatsu selbst und variiere bei der Länge und Stärke des Vorfaches. Meist wähle ich eine Vorfachlänge von zwischen 25 cm und 50 cm, da dies die optimale Länge zum Reagieren und Anhieb setzen aus meiner Sicht ist. Bei der Schnurstärke kommt es ehr auf die Tragkraft, als auf die Schnurstärke drauf an. Die Tragkraft sollte etwa 8 Kg haben, was mit einer Schnurstärke von 0,25 mm machbar ist.
An dieser Stelle bin ich euch noch die Frage zum Tiroler Hölzl schuldig, dieses verwende ich aufgrund eines schlammigen Untergrundes in einem meiner Gewässer. Verwechselt den schlammigen Untergrund aber bitte nicht mit Faulschlamm, denn auf Faulschlamm fühlen sich keine Fische und auch keine Aale wohl. Das praktische an meiner genannten und durch Bilder illustrierte Grundmontage ist schlicht und einfach die Einfachheit und dass man das Blei am Anti Tangle Boom für unterschiedliche Gewässer und Anforderungen auswechseln kann. Somit kann ich diese Aalmontage sowohl mit Tiroler Hölzl, als auch mit anderen Bleiarten versehen und in vielen verschiedenen Gewässern ohne Umbau verwenden.
Hinweis zum Tiroler Hölzl: Das Tiroler Hölzl sinkt je nach seinem Gewicht und Konsistenz des Gewässergrundes unterschiedlich tief in den Gewässergrund ein. Der Köder versinkt dank des langes Tiroler Hölzl nicht im Schlamm bzw. im Gewässergrund, sondern wird optimal am Gewässergrund angeboten. Das ist der große Vorteil vom Tiroler Hölzl, man kann auch auf weichen Gewässergrund angeln und der Köder wird immer noch optimal auf dem Gewässergrund angeboten, wo er leichter von den Aalen aufgenommen werden kann.

Noch ein kleiner Hinweis zu Aalmontage und allgemein zum Aalangeln. Sollte ich die erforderlichen Komponenten benennen, die über den Erfolg beim Aalangeln entscheiden, so steht aus meiner Sicht die ‚Erfahrung‘ an erster Stelle, mit einigen Abstand kommt dann aber bereits die ‚Aalmontage‘ und der ‚Aalköder‘.  Wenn es um den Erfolg beim Aalangeln geht, sehe ich aber die Aalmontage vor dem Aalköder! D.h., aus meiner Sicht ist die richtige Aalmontage viel wichtiger als der richtige Aalköder und noch wichtiger ist nur die Erfahrung – die gibt es zum Glück hier zum Lesen!

In diesem Sinne, Petri Heil und Gut Fang!

Vergesst bitte nicht, hinterlasst Euren Angelplatz stets sauber, denn wir Angler sind Vorbilder in der Gesellschaft und es gilt den Ruf zu verbessern! 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.6/5 (14 votes cast)

Aalangeln am Tag: Aal im Fluss, Aal bei Regen, Aal im Kanal

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.0/5 (10 votes cast)

Tipps zum Aalangeln am Tag: Im Fluss, bei Regenschauer oder Aalangeln im Kanal

Erste Schritte und Tipps: Dem Aal hängt zu Unrecht ein ehr negativer Ruf als Aasfresser an, vielmehr handelt es sich um einen geschickten Jäger, der zudem mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestattet ist. Wer erfolgreich auf Aaleangeln möchte, muss den Aal verstehen. Nur auf diese Weise lassen sich langfristig geeignete Köder und Montagen finden und somit große Aale fangen.
Richtig ist allerdings, der Aal ist eigentlich ein nachtaktiver Jäger! D.h. die Hauptfangzeiten für Aale sind die ersten 3 – 4 Stunden nach Einbruch der Dämmerung, also etwa 9 Uhr bis 1 Uhr Nachts und die letzten Stunden der Nacht von etwa 3 Uhr bis 6 Uhr morgens. Das bedeutet zugleich, wir haben eine Biss Pause beim Aalangeln, die sich in der Zeit von 1 Uhr – 3 Uhr Nachts bemerkbar macht – machen kann. Obwohl der Aal ein nachtaktiver Jäger ist, kann man ihn auch am Tage gezielt befischen und fangen. Dafür sind allerdings ein paar Punkte Voraussetzung die zutreffen sollten, um erfolgreich Aale am Tag zu fangen. Sofern diese aber nicht zutreffen, ist das Aalangeln am Tage aus meiner Sicht zwecklos bzw. vergeudete Zeit, da zu sehr von Glück und Zufall abhängig.

Angeln auf Aal am Tage – Tiefe Gewässer und Vertiefungen am Gewässergrund
Wie bereits erwähnt ist der Aal nachtaktiv d.h., er mag die Dunkelheit! Möchte man am Tag Aale fangen so sollte es ebenfalls dunkel sein. Diesen Zustand erreichen wir, sofern das Gewässer eine gewisse Tiefe aufweist und am besten zusätzlich eine Menge Schwebstoffe mitführt, die das Gewässer trüben.  Bei der Tiefe, die ausreichen sollte um Aale am Tag zu fangen, sprechen wir von ca. 10 Metern. Diese Tiefe kann auch nach oben korrigiert werden, sofern die Schwebstoffe im Gewässer, welche die Sonnenstrahlen frühzeitig vom Gewässerboden abblocken, vermehrt auftreten. Ein positiver Umstand wäre zum Beispiel, ein von Schiffen stark befahrener Kanal. Der unermüdliche Einsatz der Schiffsschrauben durchpflügt das Gewässer und wirbelt den Boden auf, das Gewässer trübt sich. Außerdem wird auf diese Weise Nahrung aufgewirbelt bzw. von den Schiffsschrauben zerhäckselt, die dann langsam wieder zum Gewässergrund absinkt und gerne von Aalen angenommen wird. Bei dieser Methode auf Aale zu angeln, sollte man seinen Aalköder idealerweise in Vertiefungen, kleinen Gruben am Gewässerboden oder kurz vor Unterständen anbieten – also genau da, wo sich die trägen Aale über Tag ausruhen, bevor die Aale in der Nacht wieder zum Beutestreifzug aufbrechen.

Eine weitere Möglichkeit um Aale am Tage zu fangen, sind unterspülte Gewässerkanten, die meistens ein dichtes Wurzelwerk aufweisen. Diese Gewässer haben oft einen schnellen Strom und weisen häufig nur geringe Tiefen auf. Die unterspülten Gewässerkanten in Verbindung mit einem dichten Wurzelwerk bieten dem Aal ein Ruhelager für den Tag, aber auch die Möglichkeit, auf Nahrungssuche am Tage zwischen den Wurzeln zu gehen. Eine treibende Pose und ein geeigneter Köder, der den Geruchssinn des Aals ausnutzt, sollte die trägen Schlangen am Tage aus dem Wurzelwerk locken und zum erhofften Aalfang führen.

Angeln auf Aal am Tage – Ein Regenschauer zum Aal angeln
Als ebenfalls positiv beim Angeln auf Aal am Tage kann sich ein starker Regenschauer erweisen. Dieser führt in der Regel viel Erde und andere Schwebstoffe mit und trägt diese ins Gewässer. Der Fluss bzw. das Gewässer trübt sich, wodurch dem Aal die Voraussetzung für einen Streifzug geboten wird. Viel wichtiger aber, der Regen schwemmt ungeheure Mengen an Nahrung (Raupen, Schnecken, Fliegen und Würmer etc.) ins Gewässer, welche eine leichte und nahrhafte Mahlzeit für den Aal darstellt.
Auf gleiche Weise wird auch Treibgut ins Gewässer geschwemmt, welches sich langfristig an einer Stelle im Gewässer sammelt (Buchten, Bäume im Gewässer, Pumphäuser) und somit einen undurchdringlichen Treibgutteppich auf dem Gewässer bildet.
Wie beschrieben, lassen sich Aale direkt während eines Regenunwetters fangen, da mit den Sturzfluten und den Rinnsalen Nahrung ins Gewässer geschwemmt wird, aber ebenso lassen sich Aale auch nach dem Unwetter fangen. Die Aale wissen instinktiv, dass ein Regenschauer Nahrung ins Gewässer spült und nach diesem Unwetter sammelt sich das Treibgut an einer Stelle und bildet einen undurchdringlichen Treibgutteppich. An diesen Stellen lassen sich nun ebenfalls Aale fangen. Der Treibgutteppich hält die Sonne vom Gewässerboden ab, wodurch die Voraussetzung für die nachaktive Schlange gegeben ist und zugleich sucht der Aal Nahrung, die entweder mitgeschwemmt und zwischen dem Treibgut zu finden ist oder langsam durch die Wellenbewegung des Gewässers aus dem Treibgutteppich geschüttelt wird und zum Gewässerboden absinkt, wo der Aal bereits wartet und die Nahrung dankend entgegennimmt.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.0/5 (10 votes cast)