Aalangeln: Der Tauwurm als Aalköder am Aalhaken

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4. Mit Tauwurm auf Aal Ansitz:
Der immerzu fängige Aalköder – Klassiker – „Der Aal-Rounder“
Wahrscheinlich muss man gerade zum fängigsten und bekanntesten Aalköder die wenigsten Worte verlieren, hat doch jeder Aal Angler, wie wahrscheinlich auch jeder andere Angler, mit diesem Klassiker schon seine Erfahrungen gemacht. Trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, um den Anfängern und jung Anglern den Tauwurm als Aalköder wärmstens zu empfehlen. Der Tauwurm ist die bekannteste Wurmart in Deutschland. Der Tauwurm lebt auf Wiesen und in Gärten direkt vor unserer Tür, in selbst gegrabenen Gängen von bis zu 3 Metern Länge. Dabei erreicht der Tauwurm eine Länge von bis zu 30 cm, was ihn zu einem der längsten Wurmarten in heimischen Gefilden und zu einem hervorragenden Aalköder macht. Tauwürmer lassen sich nicht züchten, weshalb die Preise im Angelfachgeschäft für Tauwürmer höher als für die gezüchteten Dendrobena sind. Die im Angelfachgeschäft angebotenen Tauwürmer werden fast immer aus Kanada importiert und dort per Hand gesammelt.
Hinweis zum Tauwurm: Auch hier zulande lassen sich Tauwürmer ganz einfach sammeln. Nehmt dazu eine Kopflampe mit Rotlicht, wie sie beim Aalangeln sowieso notwendig ist und wählt eine laue Sommernacht, in der es zuvor am besten geregnet hat bzw. eine Nacht, in der Feuchtigkeit in der Luft ist. In der Stadt empfehle ich als Ort zum sammeln der Tauwürmer den kurzgemähten Sportplatz und auf dem Lande, entweder den eigenen Rasen oder die Schafskoppel bzw. Rindskoppel direkt nebenan. Die Hauptsache ist, der Rasen sollte kurz sein, damit die Tauwürmer schnell gesehen und einfach gefasst werden können. Schreitet in der Nacht, sobald es dunkel ist (im Sommer ab ungefähr 1 Uhr nachts) langsam und ruhig über den Rasen, die Tauwürmer kommen in feuchten Nächten aus ihren Gängen und liegen halb auf dem Rasen und hängen halb in ihren Gängen. Das Rotlicht verscheucht die Tauwürmer weniger, als würdet ihr helles, gelbes Licht wählen. Sobald ein Tauwurm vor euch liegt, müsst ihr eure Hand schnell auf den Tauwurm legen, damit dieser sich nicht mehr blitzschnell in seine Gänge verziehen kann. Seit beim legen eurer Hände auf den Tauwurm vorsichtig, ihr wollte ihn schließlich nicht zerquetschen. Sobald ihr eure Hand auf dem Tauwurm gelegt habt und der Tauwurm nicht mehr zurück kann, müsst ihr ihn vorsichtig in beide Hände nehmen und ihn langsam, wie vorsichtig aus seinem gegrabenen Gang ziehen. Wer zu schnell und unvorsichtig handelt, der läuft Gefahr, den Tauwurm zu zerreißen, was weder euch noch ihm nützt!
Aalangeln mit Tauwurm: Der Tauwurm ist nicht umsonst der bekannteste, verbreitetste und häufig auch fängigste Aalköder. Zwar ist er unter Wasser nicht so zapplig, quirlig und vital wie der Dendrobena, aber auch der Tauwurm gibt Bewegungen und Gerüche ins Wasser ab, die der Aal wahrnimmt und letztlich zum Köder führt. Der Tauwurm stellt aufgrund seiner Größe und weil der Aal auf natürlichem Wege häufig Tauwürmer als Beute hat, einen perfekte Köder für Aale dar.

Ich empfehle den Tauwurm zu jeder Jahreszeit als Aalköder zum Aalangeln. Der große Vorteil des Tauwurmes als Aalköder ist seine Größe, zumindest im Sommer. Im Sommer kann man ihn im Ganzen über den Aalhaken ziehen. Dieser Vorteil ist im Frühjahr ein Nachteil, wenn auch nur bedingt! Wenn die Aale im Frühjahr vorsichtig und schüchtern beißen, stellt der Tauwurm in ganzer Größe ein zu großes Hindernis dar bzw. es dauert uns Aal Anglern einfach zu lange, bis der Tauwurm vom Aal im Ganzen verschlungen wurde und der Aalhaken sicher sitzt. Deshalb gilt im Frühjahr, den Tauwurm mindestens halbieren, im Einzelfall auch dritteln. Durch dieses Portionieren setzt der Tauwurm unter Wasser zusätzliche Gerüche frei – wie ein eingeritzter Köderfisch beim Zander oder Hecht angeln. Für uns Aal Angler bedeutet dies, der Aal kann den Köder durch die zusätzlichen Gerüche schneller wahrnehmen und aufgrund der kleineren Größe kann der Aal den halbierten Tauwurm obendrein schneller aufnehmen.
Im Sommer und Herbst, wenn das schüchterne Verhalten der Aale abgelegt ist, sind wir in der Regel nicht mehr auf das Halbieren der Tauwürmer angewiesen. Aufgrund des hohen Nahrungsangebotes empfiehlt es sich nun, die Tauwürmer im Ganzen über den Aalhaken zu ziehen und ggf. ein Stücken am Ende des Tauwurmes zu entfernen, damit die erwähnten zusätzlichen Gerüche verströmen können. Die Aale sind den Tauwurm als Nahrung gewohnt, da dieser regelmäßig von den Ufern und Böschungen der Flüsse und Seen ins Gewässer gelangt und den Aalen auf natürlichem Wege als Nahrung dient. Der Tauwurm ist nicht um sonst der beliebteste Aalköder zum