Aalangeln mit Rotwurm und Mistwurm – welcher Aalköder fängt besser Aale?

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Aalangeln bedeutet, man steht vor der Entscheidung, sich für einige Aalköder zu entscheiden. Fakt ist nämlich, es gibt eine große Auswahl bei Aal Ködern mit denen man erfolgreich Aal fangen kann. Allein bei den Würmern finden wir eine Vielzahl von unterschiedlichen Wurmarten, die jeweils gewisse Vorteile bieten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten eingesetzt werden sollten. Wir sollten uns beim Aalangeln also für bestimmte Köder entscheiden und diese Wahl auch von der Jahreszeit abhängig machen. Bei den Würmern zum Aalangeln können wir zwischen Rotwurm bzw. Laubwurm, Mistwurm bzw. Kompostwurm, Riesenrotwurm bzw. Dendrobena und dem Tauwurm als Aalköder wählen. Zumindest handelt es sich bei dieser Aufzählung von Wurmarten um die gängigsten Wurmarten zum Angeln auf Aal – wie auch beim übrigen Angeln. Trotzdem hat jeder Aalköder unterschiedliche Vor- und Nachteile, die im Folgenden für die aufgezählten Wurmarten ausführlich erläutert werden. Im nächsten Beitrag möchte ich dann auf weitere Köder beim Aalangeln zu sprechen kommen. Beinhalten wird das Thema: Bienenmade, Maden, Leber, Heuschrecke, Köderfisch, Nacktschnecke, Garnelen und Krebse. Mit diesem Wissen ausgestattet wird die Entscheidung leichter fallen, welcher Aalköder beim nächsten Angel-Trip dabei sein darf.

1. Der Rotwurm, auch bekannt unter Laubwurm oder Roter Waldregenwurm
Der Rotwurm ist mit einer Länge von etwa 15 cm, im Gegensatz zum Tauwurm, etwas dünner und kleiner. Normalerweise lebt der Laubwurm in den oberen Erdschichten, vornehmlich in den Gras- oder Laubschichten, wo er abgestorbene Pflanzenreste vertilgt. Wie der Tauwurm, lässt sich auch der Laubwurm ganz einfach sammeln und ist praktischerweise fast überall in Deutschland beheimatet. Der Laubwurm eignet sich nicht zur Zucht, auch nicht im Komposthaufen, da dort die Temperatur zu hoch ist. Da der Laubwurm nicht gezüchtet werden kann, sind die Preise für ihn im Angelfachgeschäft höher als vergleichsweise für den zuchtfähigen Dendrobena. Das Problem beim einheimischen Rotwurm ist, er verliert an Bedeutung, da sein großer Namensbruder aus Kanada (Riesenrotwurm / Dendrobena) in jeder Hinsicht besser und fängiger beim Aalangeln ist. Beide sind nicht miteinander Verwandt!
Aalangeln mit Rotwurm: Im Gegensatz zum Mistwurm und Dendrobena, sondert der Rotwurm kein geruchsintensives Sekret ab. Der Rotwurm ähnelt damit dem Tauwurm, der ebenfalls kein Sekret absondert. Rotwurm und Tauwurm gehören derselben Gattung an, was ihre Ähnlichkeit erklärt. Der Rotwurm bzw. Laubwurm lockt die Aale unter Wasser aufgrund seiner Bewegungen und der Tatsache an, dass er eine hervorragende Mahlzeit für den Aal darstellt! Der Rotwurm war und ist beim Angeln auf verschiedenste Fischarten, z.B. Aal, Barsch, Schleie, Brassen usw. schon immer eine sehr beliebte Wurmart. Der große Nachteil beim einheimischen Rotwurm ist eben, dass er sich nicht züchten lässt.
Ich empfehle den Rotwurm zum Angeln auf Aal vornehmlich im Frühjahr, wenn die Aale zaghaft beißen und man die gekauften Tauwürmer sowieso halbieren oder dritteln müsste. In dieser Zeit lassen sich Rotwürmer bzw. Laubwürmer praktischer einsetzen, da man sie höchstens halbieren muss und sie zudem dünner als Tauwürmer sind, ergo können die Aale den Rotwurm bzw. Laubwurm schneller aufnehmen, wodurch der Aalhaken im Aal Maul sitzt! Im Sommer, wenn die Beißlaune der Aale geweckt ist, beweisen sich Rotwürmer natürlich immer noch als sehr guter Aalköder, auch wenn ich den Tauwurm im Sommer favorisiere. Wenn überhaupt, sollte man den Laubwurm bzw. Rotwurm ab Sommer nur noch als Wurm Bündel am Aalhaken anbieten und dazu zwei oder drei Rotwürmer auf den Aalhaken ziehen.

Fazit zum Rotwurm: Der Rotwurm eignet sich sehr gut zum Angeln auf Aal, jedoch vornehmlich im Frühjahr! Der Aal beißt im Frühjahr mit Bedacht und möchte einen kleineren Köder damit er diesen direkt verschlingen kann. Ab Sommer sollte der Rotwurm nur noch als Wurmbündel angeboten werden, wobei ich dann ein Mistwurmbündel auf Aal dann favorisiere.

2. Der Mistwurm und Kompostwurm (lat. Eisenia eiseni bzw. Eisenia fetida)

und der Riesenrotwurm, bekannt unter Dendrobena (lat. Eisenia veneta)
Der Mistwurm ist mit max. 10 cm Länge sehr viel kleiner als der sehr bekannte Tauwurm. Außerdem existieren von dieser Wurmart zwei Arten (Mist- und Kompostwurm), sie leben meist nebeneinander und werden von uns meist als nur eine Art aufgefasst. In dem folgenden Teil werden beide Wurmarten deshalb nicht mehr unterschieden, sondern nur noch als „Mistwurm“ bezeichnet. Wegen der gelben Streifen wird die eine Art auch als Tigerwurm (Gelbschwanz) bezeichnet, die andere Art des Mistwurms ist vollkommen Rot und ist deswegen häufig gemeint, wenn man vom Rot- bzw. Mistwurm spricht. Die Mistwürmer haben die Eigenschaft, sich sehr schnell zu vermehren, so dass wir Angler immer Köder vorrätig haben könnten, sofern wir einen Misthaufen bzw. Komposthaufen haben. Hervorragende Bedingungen zum Vermehren finden die Mistwürmer dazu im angehäuften Misthaufen von Tieren (Pferd, Rind oder Schwein) und ebenso in Komposthaufen. Fakt ist, jeder Angler sollte so einen Haufen im Garten haben, weil es praktisch und ratsam ist, diese fängigen Aalköder immer vorrätig zu haben.
Aalangeln mit Mistwurm: Beim Aalangeln schwören viele Angler auf den Mistwurm und bieten diesen als großes Wurmbündel am Aalhaken an. Der Mistwurm gibt ein besonderes Sekret frei, was sehr geruchsintensiv ist und bei einigen Wurmfressern an Land, abschreckend wirkt. Aale mit ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit zu riechen (Aale sehen quasi mit der Nase) nehmen diesen feinen Geruch noch in hunderten Metern Entfernung wahr und Folgen schlängelnd dieser Geruchsspur, was sie letztlich zum Aalköder (zum Mistwurmbündel) führt.
Meine Empfehlung zum Mistwurm auf Aal: Glücklicherweise habe ich direkten Zugriff auf einen Misthaufen und möchte diesen nicht missen. Das bietet mir die Möglichkeit, mich mit reichlich Mistwürmern zu versorgen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht immer auf den Mistwurm als Aalköder zurückgreife. Es gibt Angler, die zwar auf diesen Köder beim Aalangeln schwören, aber man sollte sich vor Augen führen, dass es nicht den einen perfekten Köder beim Aalangeln gibt. Deswegen ist es nur logisch, dass der Mistwurm zwar einen hervorragenden Aalköder darstellen kann, aber nicht zwingend muss– Das ist abhängig von den Aalen und den Gewässern! Ich habe den Mistwurm in Flüssen und Seen beim Aalangeln eingesetzt und als Joker lieben gelernt. Bei meinen Angel Ansitzen auf Aal nutze ich am Anfang immer eine Angelrute und ziehe ein großes Bündel Mistwürmer auf. Sofern die Aale in diesem Gewässer wirklich auf diesen Wurm abfahren, wird die Duftspur vom Sekret der Mistwürmer die Aale an den Aalhaken locken. Sofern dies dann geschieht, stelle ich weitere Angelruten auf Mistwurm bzw. Mistwurmbündel um.
Sollten die ersten Bisse allerdings auf den Aal-Rounder „Tauwurm“ kommen, bleibt zwar die Rute mit dem Mistwurmbündel noch einige Zeit auf dem Platze im Gewässer, aber ich würde nach dem Einholen dieser Angelrute erst mal andere „Köder – Joker“ zum Aale fangen testen. Zu einem späteren Zeitpunkt am Abend kommen die Mistwürmer eventuell nochmals zum Einsatz, immer dann, wenn sonst nichts mehr geht – nicht um sonst bezeichne ich die Mistwürmer gern als Joker beim Aalangeln!

Fazit zum Mistwurm: Der Mistwurm wird von vielen Aal Anglern geliebt, da er als Wurmbündel am Aalhaken viele Aale locken und zum Biss verführen kann – Das ist natürlich abhängig von dem Gewässer und den Aalen. Außerdem ist der Mistwurm auch bei anderen Fischen „Barsch, Schleie, Brassen etc.“ sehr fängig und als Köder beliebt. Sehr positiv am Mistwurm Bündel ist außerdem, ein Mistwurm Bündel führt selten zu Fehlbissen, da die Aale das Mistwurmbündel schnell aufnehmen können und der Aalhaken somit schnell und sicher sitzt. Ich nutze und empfehle den Mistwurm gerne als „Köder – Joker“ beim Aalangeln, vor allem wenn man unproblematisch auf den Mistwurm zugreifen kann. Der Mistwurm ist sowohl im Frühjahr (als kleineres Wurmbündel am Aalhaken), wenn die Aale zaghaft Beißen, als auch im Sommer, als großes Wurmbündel am Aalhaken, wenn die Aale hart und heftig Beißen, bestens einzusetzen. Es könnte sein, dass das Sekret der Mistwürmer bei manchen Aalen wirklich abschreckend wirkt, so wie es bei einigen Wurmfressern an Land der Fall ist. Zumindest würde diese These erklären, wieso man in machen Gewässern keine Aale mit Mistwürmern als Aalköder fängt.

In diesem Sinne, Petri Heil und Gut Fang!
Vergesst bitte nicht, hinterlasst Euren Angelplatz stets sauber, denn wir Angler sind Vorbilder in der Gesellschaft und es gilt unseren Ruf zu verbessern!

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