Aalangeln: Hotspots für Aale am Tage – Welche Köder und Montage?

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Aalangeln am Tag ist nicht nur vom Zufall abhängig, man kann es beeinflussen! Wie im vorherigen Artikel beschrieben, lassen sich auch am Tage gezielt Aale fangen. Das Thema ist sehr umfassend, so dass ich mit diesem Artikel versuchen möchte, die Lücke weiter zu schließen. Welche Orte und Möglichkeiten stehen uns Anglern offen, um den Aal am Tage haken zu können?
Sehr vielversprechend sind Zuläufe in Seen oder in Flüssen, sie erweisen sich als echte Hotspots für Aale am Tag. Ein kleiner Zufluss führt in der Regel viel Nahrung mit sich und trübt das Gewässer mit seinem Strom und seinen Schwebstoffen. Raupen, Käfer, Fliegen und Schnecken fallen von den Böschungen und Ufern des Zuflusses in ihn hinein und werden zum Hauptfluss mitgetragen, wo Aale und andere Räuber [Barsch, Hecht und Zander] bereits in der Mündung warten. Hinzu kommen natürlich noch viele junge bzw. kleine Fische, die ebenfalls als Beute fungieren. Auch sie werden von dem Zufluss mitgetragen und dann von wartenden Räubern wie Barsch, Hecht und Zander sehr gern genommen. Die genannten Räuber [Barsch, Hecht und Zander] warten, wie der Aal, ebenfalls im Einmündungsdelta. Mit dem Zufluss verhält es sich also ähnlich, wie mit dem bereits beschriebenen Rinnsal nach einem Unwetter, das ebenfalls viel Nahrung mit sich führt und Aale tagaktiv werden lässt. Zuflüsse stellen für uns Aal Angler also Orte dar, der gezielt angesteuert und beangelt werden sollten, da es sich um einen echten Hotspots für Aale handelt.

Der Aal frisst im Frühjahr und Sommer den Laich der Fische
Gerade im Frühjahr und zum Anfang des Sommers, wenn Weißfische ihren Laich an Seerosen, Unterwasserpflanzen oder Rohrkolben anhaften, lassen sich Aale hervorragend auch am Tage fangen. Der Aal hat zu dieser Zeit besonderen Hunger, da er vom Winter und seiner Ruhephase geschwächt ist. Der Laich der Weißfische stellt eine leichte und Nahrhafte Beute dar, die sich der Aal nicht entgehen lassen kann. Der Aal streift in dieser Zeit auch am Tage zwischen den Seerosen- und Rohrkolbenfeldern umher und nimmt den Laich der Weißfische als Nahrung auf. Eine Posenmontage, die in den Seerosen- und Rohrkolbenfeldern platziert wird, kann den erhofften Erfolg bringen. Zu beachten wäre, der Köder für den Aal sollte nicht zu groß sein. Der Aal soll den Köder schnell überlisten bzw. aufnehmen können, damit der Aalhaken fasst und wir den Aal an Land hieven können. Ein halber bzw. ein Drittel Tauwurm oder ein halber Laubwurm sind geeignete Köder für den Aal an der Posenmontage am Tage. Bei dieser Art den Aal am Tage zu fangen, sollte man sich allerdings auf Nebenfänge einstellen. Der Barsche als Räuber ist ebenfalls sehr gern zwischen den Seerosenfeldern auf Beutezug oder nutzt die Seerosen als Schutz. Neben dem Barsch werden andere Fische wie Brassen und Rotaugen häufige Beifänge sein. Sollte es nicht mit dem Aal in der ersten Stunde klappen, sollte ein anderes Seerosenfeld angesteuert werden. Eventuell befindet sich dort mehr Laich an diesen Seerosenpflanzen und hat demensprechend eine größere Lockwirkung auf Aale.
Außerdem empfiehlt es sich bei der Posenmontage, nur eine Rute zum Angeln auf Aal zu verwenden. Weitere Angeln lenken unsere Sinne ab und wir verschlafen womöglich den Anhieb! Die Posenmontage ist eine sehr sensible Bissanzeige, auch leichte Bisse werden angezeigt und sobald ein Aal gebissen hat, sollte der Anhieb unverzüglich erfolgen – das ist sehr wichtig, da sich die Aale ansonsten um die Seerosen schlängeln und wir den Aal abschreiben können. Deshalb, nur eine Posenmontage benutzen und bei Biss sofort den Anhieb setzen, damit der Aal an Land gehievt werden kann!

Hotspots für Aale und der Diamant unter den Hotspots für Aale
Weitere Hotspots für Aale am Tag sind schnell gefunden. Muss man sich doch nur selbst die Frage stellen, wo man sich als nachtaktiver Jäger verstecken würde bzw. welche Orte sich dazu anbieten würden. Grundsätzlich gilt, auch wenn Aale in der Regel am Tage ruhen und sich nicht auf Beutezüge schlängeln, ein direkt vor dem Unterschlupf des Aals platzierter Köder erregt dessen Aufmerksamkeit und provoziert den Biss.
Es bieten sich dazu Brücken an, diese schattigen Plätzchen bieten dem Aal einen Unterschlupf und Dunkelheit. Sofern dem Aal danach ist, kann er sich im Schutze der Brücke kurz auf eine Schlängeltour begeben. Sollte die Köderwahl bei der Brücke auf einen Köderfisch fallen, empfehle ich unbedingt Stahlvorfach, da massiv mit Bissen von Hecht und Zander zu rechnen ist!

Sehr günstige Hotspots für Aale am Tage sind Pfeiler und Bootsstege. Hier kann sich der Aal zwischen dem Wald von Pfeilern und dem schattigen Schutz der Boote verstecken und ausruhen. Auch an dieser Stelle sollte man mit anderen Räubern – Barsch und Hecht – rechnen und seine Montage, wie seine Sehne anpassen.

Welchen Ort ich außerdem sehr schätze, sind Steinpackungen! Diese empfinde ich als echten Hotspot bzw. als Diamant unter den Aal Hotspots! Kein anderer Ort ist für Aale am Tage so praktisch und effizient. Zwischen den Steinpackungen findet der Aal sehr viel Beute, vor allem aber erheblichen Schutz und eine Vielzahl von potenziellen Verstecken. Man kann an dieser Stelle sowohl mit Grundmontage, als auch mit Posenmontage erfolgreich Aale angeln.
Die Posenmontage sollte natürlich direkt über der Steinpackung angeboten werden und knapp darüber schweben. Der Aal kann in dieser Situation sehr kurz aus dem Schutze der Steinpackung hervorstechen, den Köder fassen und blitzschnell wieder in dem Schutze der Steinpackung verschwinden. Deshalb gilt auch hier, sobald der Biss erfolgt muss unverzüglich der Anhieb erfolgen! Gelingt es dem Aal, sich wieder in die Steinpackungen zu schlängeln, können wir den Aal auch hier abschreiben. Beim Anzeichen eines Bisses muss der Aal direkt ins Mittelwasser gezogen und als nächstes an Land gehievt werden.
Bei der Grundmontage verhält es sich ähnlich, nur das diese nicht auf der Steinpackung angeboten wird. Zu hoch ist die Gefahr, dass der Aal direkt in der Steinpackung den Köder schluckt und sich während dessen schon in der Steinpackung verankert! Das Resultat wären viele Abreißer und das wir die Tiere unnötig mit Haken füttern, womöglich mit langen Stücken unserer Sehne zurücklassen, die sich ungünstigerweise noch irgendwo in der Steinpackung oder in Ästen in der Steinpackung verwickelt und das Tier letztlich töten. Die Grundmontage sollte an der Strömungskante – die Kante zwischen Steinpackung und dem Freiwasser (Fahrtrinne) angeboten werden. Aber auch hier gilt, man sollte den Biss frühzeitig verwerten! Bei Biss sofort den Anhieb setzen, den Aal ins Mittelwasser ziehen und von den Steinpackungen fernhalten. Dann klappt es auch, den Aal schnell und effektiv an Land zu hieven.

Zusätzlich Wissen beim Angeln auf Aal
Beim Angeln auf Aal am Tage empfiehlt sich ein bedeckter Himmel und hohe Temperaturen sind dabei sogar erwünscht! Das mag man nicht glauben, aber Fakt ist. An Tagen mit sehr hohen Temperaturen und einem bedeckten Himmel, lassen sich besonders viele Aale am Tage überlisten! Das sind Tage, an denen sonst nichts anderes beißt, nur der Aal ist an diesen heißen, schwülen und bedeckten Tagen auf Schlängel-Tour mit Bisslaune unterwegs!
Da ein schneller Anhieb beim Angeln auf Aal über Tage sehr häufig entscheidend ist, sollte man die Angelrute nicht zu weich wählen. Zwar lassen sich die Bisse beim Angeln auf Aal mit der Grundmontage besser mit einer weichen Rute deuten, doch steht im Vordergrund: Den Aal schnell ins Mittelwasser ziehen und dann Anlanden! Das ist mit einer weichen Rute sehr schwierig. Eine etwas härtere Rute bringt uns außerdem den großen Vorteil, dass wir dem Aal etwas Kraft entgegensetzen können, was unbedingt von Nöten ist. Schließlich hat sich gezeigt, über Tag fängt man vor allem größere Aale, die eine weiche Rute dazu ausnutzen würden, um schnell wieder in den Steinpackungen oder in den Seerosen zu verschwinden. Deshalb, lieber eine etwas härtere Rute, damit wir Kraft auf die großen Aale ausüben können und sie ins Mittelwasser ziehen können.
Bei der Postenmontage entfällt der Vorteil einer weichen Rute, da wir einen sehr sensiblen Bissanzeiger in Form der Pose haben. Deshalb sollte hier sowieso die Wahl zugunsten einer härteren Rute ausfallen.

Petri Heil!

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