Aalangeln: Hotspots für Aale am Tage – Welche Köder und Montage?

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.3/5 (3 votes cast)

Aalangeln am Tag ist nicht nur vom Zufall abhängig, man kann es beeinflussen! Wie im vorherigen Artikel beschrieben, lassen sich auch am Tage gezielt Aale fangen. Das Thema ist sehr umfassend, so dass ich mit diesem Artikel versuchen möchte, die Lücke weiter zu schließen. Welche Orte und Möglichkeiten stehen uns Anglern offen, um den Aal am Tage haken zu können?
Sehr vielversprechend sind Zuläufe in Seen oder in Flüssen, sie erweisen sich als echte Hotspots für Aale am Tag. Ein kleiner Zufluss führt in der Regel viel Nahrung mit sich und trübt das Gewässer mit seinem Strom und seinen Schwebstoffen. Raupen, Käfer, Fliegen und Schnecken fallen von den Böschungen und Ufern des Zuflusses in ihn hinein und werden zum Hauptfluss mitgetragen, wo Aale und andere Räuber [Barsch, Hecht und Zander] bereits in der Mündung warten. Hinzu kommen natürlich noch viele junge bzw. kleine Fische, die ebenfalls als Beute fungieren. Auch sie werden von dem Zufluss mitgetragen und dann von wartenden Räubern wie Barsch, Hecht und Zander sehr gern genommen. Die genannten Räuber [Barsch, Hecht und Zander] warten, wie der Aal, ebenfalls im Einmündungsdelta. Mit dem Zufluss verhält es sich also ähnlich, wie mit dem bereits beschriebenen Rinnsal nach einem Unwetter, das ebenfalls viel Nahrung mit sich führt und Aale tagaktiv werden lässt. Zuflüsse stellen für uns Aal Angler also Orte dar, der gezielt angesteuert und beangelt werden sollten, da es sich um einen echten Hotspots für Aale handelt.

Der Aal frisst im Frühjahr und Sommer den Laich der Fische
Gerade im Frühjahr und zum Anfang des Sommers, wenn Weißfische ihren Laich an Seerosen, Unterwasserpflanzen oder Rohrkolben anhaften, lassen sich Aale hervorragend auch am Tage fangen. Der Aal hat zu dieser Zeit besonderen Hunger, da er vom Winter und seiner Ruhephase geschwächt ist. Der Laich der Weißfische stellt eine leichte und Nahrhafte Beute dar, die sich der Aal nicht entgehen lassen kann. Der Aal streift in dieser Zeit auch am Tage zwischen den Seerosen- und Rohrkolbenfeldern umher und nimmt den Laich der Weißfische als Nahrung auf. Eine Posenmontage, die in den Seerosen- und Rohrkolbenfeldern platziert wird, kann den erhofften Erfolg bringen. Zu beachten wäre, der Köder für den Aal sollte nicht zu groß sein. Der Aal soll den Köder schnell überlisten bzw. aufnehmen können, damit der Aalhaken fasst und wir den Aal an Land hieven können. Ein halber bzw. ein Drittel Tauwurm oder ein halber Laubwurm sind geeignete Köder für den Aal an der Posenmontage am Tage. Bei dieser Art den Aal am Tage zu fangen, sollte man sich allerdings auf Nebenfänge einstellen. Der Barsche als Räuber ist ebenfalls sehr gern zwischen den Seerosenfeldern auf Beutezug oder nutzt die Seerosen als Schutz. Neben dem Barsch werden andere Fische wie Brassen und Rotaugen häufige Beifänge sein. Sollte es nicht mit dem Aal in der ersten Stunde klappen, sollte ein anderes Seerosenfeld angesteuert werden. Eventuell befindet sich dort mehr Laich an diesen Seerosenpflanzen und hat demensprechend eine größere Lockwirkung auf Aale.
Außerdem empfiehlt es sich bei der Posenmontage, nur eine Rute zum Angeln auf Aal zu verwenden. Weitere Angeln lenken unsere Sinne ab und wir verschlafen womöglich den Anhieb! Die Posenmontage ist eine sehr sensible Bissanzeige, auch leichte Bisse werden angezeigt und sobald ein Aal gebissen hat, sollte der Anhieb unverzüglich erfolgen – das ist sehr wichtig, da sich die Aale ansonsten um die Seerosen schlängeln und wir den Aal abschreiben können. Deshalb, nur eine Posenmontage benutzen und bei Biss sofort den Anhieb setzen, damit der Aal an Land gehievt werden kann!

Hotspots für Aale und der Diamant unter den Hotspots für Aale
Weitere Hotspots für Aale am Tag sind schnell gefunden. Muss man sich doch nur selbst die Frage stellen, wo man sich als nachtaktiver Jäger verstecken würde bzw. welche Orte sich dazu anbieten würden. Grundsätzlich gilt, auch wenn Aale in der Regel am Tage ruhen und sich nicht auf Beutezüge schlängeln, ein direkt vor dem Unterschlupf des Aals platzierter Köder erregt dessen Aufmerksamkeit und provoziert den Biss.
Es bieten sich dazu Brücken an, diese schattigen Plätzchen bieten dem Aal einen Unterschlupf und Dunkelheit. Sofern dem Aal danach ist, kann er sich im Schutze der Brücke kurz auf eine Schlängeltour begeben. Sollte die Köderwahl bei der Brücke auf einen Köderfisch fallen, empfehle ich unbedingt Stahlvorfach, da massiv mit Bissen von Hecht und Zander zu rechnen ist!
Sehr günstige Hotspots für Aale am Tage sind Pfeiler und Bootsstege. Hier kann sich der Aal zwischen dem Wald von Pfeilern und dem schattigen Schutz der Boote verstecken und ausruhen. Auch an dieser Stelle sollte man mit anderen Räubern – Barsch und Hecht – rechnen und seine Montage, wie seine Sehne anpassen.

Welchen Ort ich außerdem sehr schätze, sind Steinpackungen! Diese empfinde ich als echten Hotspot bzw. als Diamant unter den Aal Hotspots! Kein anderer Ort ist für Aale am Tage so praktisch und effizient. Zwischen den Steinpackungen findet der Aal sehr viel Beute, vor allem aber erheblichen Schutz und eine Vielzahl von potenziellen Verstecken. Man kann an dieser Stelle sowohl mit Grundmontage, als auch mit Posenmontage erfolgreich Aale angeln.
Die Posenmontage sollte natürlich direkt über der Steinpackung angeboten werden und knapp darüber schweben. Der Aal kann in dieser Situation sehr kurz aus dem Schutze der Steinpackung hervorstechen, den Köder fassen und blitzschnell wieder in dem Schutze der Steinpackung verschwinden. Deshalb gilt auch hier, sobald der Biss erfolgt muss unverzüglich der Anhieb erfolgen! Gelingt es dem Aal, sich wieder in die Steinpackungen zu schlängeln, können wir den Aal auch hier abschreiben. Beim Anzeichen eines Bisses muss der Aal direkt ins Mittelwasser gezogen und als nächstes an Land gehievt werden.
Bei der Grundmontage verhält es sich ähnlich, nur das diese nicht auf der Steinpackung angeboten wird. Zu hoch ist die Gefahr, dass der Aal direkt in der Steinpackung den Köder schluckt und sich während dessen schon in der Steinpackung verankert! Das Resultat wären viele Abreißer und das wir die Tiere unnötig mit Haken füttern, womöglich mit langen Stücken unserer Sehne zurücklassen, die sich ungünstigerweise noch irgendwo in der Steinpackung oder in Ästen in der Steinpackung verwickelt und das Tier letztlich töten. Die Grundmontage sollte an der Strömungskante – die Kante zwischen Steinpackung und dem Freiwasser (Fahrtrinne) angeboten werden. Aber auch hier gilt, man sollte den Biss frühzeitig verwerten! Bei Biss sofort den Anhieb setzen, den Aal ins Mittelwasser ziehen und von den Steinpackungen fernhalten. Dann klappt es auch, den Aal schnell und effektiv an Land zu hieven.

Zusätzlich Wissen beim Angeln auf Aal
Beim Angeln auf Aal am Tage empfiehlt sich ein bedeckter Himmel und hohe Temperaturen sind dabei sogar erwünscht! Das mag man nicht glauben, aber Fakt ist. An Tagen mit sehr hohen Temperaturen und einem bedeckten Himmel, lassen sich besonders viele Aale am Tage überlisten! Das sind Tage, an denen sonst nichts anderes beißt, nur der Aal ist an diesen heißen, schwülen und bedeckten Tagen auf Schlängel-Tour mit Bisslaune unterwegs!
Da ein schneller Anhieb beim Angeln auf Aal über Tage sehr häufig entscheidend ist, sollte man die Angelrute nicht zu weich wählen. Zwar lassen sich die Bisse beim Angeln auf Aal mit der Grundmontage besser mit einer weichen Rute deuten, doch steht im Vordergrund: Den Aal schnell ins Mittelwasser ziehen und dann Anlanden! Das ist mit einer weichen Rute sehr schwierig. Eine etwas härtere Rute bringt uns außerdem den großen Vorteil, dass wir dem Aal etwas Kraft entgegensetzen können, was unbedingt von Nöten ist. Schließlich hat sich gezeigt, über Tag fängt man vor allem größere Aale, die eine weiche Rute dazu ausnutzen würden, um schnell wieder in den Steinpackungen oder in den Seerosen zu verschwinden. Deshalb, lieber eine etwas härtere Rute, damit wir Kraft auf die großen Aale ausüben können und sie ins Mittelwasser ziehen können.
Bei der Postenmontage entfällt der Vorteil einer weichen Rute, da wir einen sehr sensiblen Bissanzeiger in Form der Pose haben. Deshalb sollte hier sowieso die Wahl zugunsten einer härteren Rute ausfallen.

Petri Heil!

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.3/5 (3 votes cast)

Aalangeln am Tag: Aal im Fluss, Aal bei Regen, Aal im Kanal

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.0/5 (10 votes cast)

Tipps zum Aalangeln am Tag: Im Fluss, bei Regenschauer oder Aalangeln im Kanal

Erste Schritte und Tipps: Dem Aal hängt zu Unrecht ein ehr negativer Ruf als Aasfresser an, vielmehr handelt es sich um einen geschickten Jäger, der zudem mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestattet ist. Wer erfolgreich auf Aaleangeln möchte, muss den Aal verstehen. Nur auf diese Weise lassen sich langfristig geeignete Köder und Montagen finden und somit große Aale fangen.
Richtig ist allerdings, der Aal ist eigentlich ein nachtaktiver Jäger! D.h. die Hauptfangzeiten für Aale sind die ersten 3 – 4 Stunden nach Einbruch der Dämmerung, also etwa 9 Uhr bis 1 Uhr Nachts und die letzten Stunden der Nacht von etwa 3 Uhr bis 6 Uhr morgens. Das bedeutet zugleich, wir haben eine Biss Pause beim Aalangeln, die sich in der Zeit von 1 Uhr – 3 Uhr Nachts bemerkbar macht – machen kann. Obwohl der Aal ein nachtaktiver Jäger ist, kann man ihn auch am Tage gezielt befischen und fangen. Dafür sind allerdings ein paar Punkte Voraussetzung die zutreffen sollten, um erfolgreich Aale am Tag zu fangen. Sofern diese aber nicht zutreffen, ist das Aalangeln am Tage aus meiner Sicht zwecklos bzw. vergeudete Zeit, da zu sehr von Glück und Zufall abhängig.

Angeln auf Aal am Tage – Tiefe Gewässer und Vertiefungen am Gewässergrund
Wie bereits erwähnt ist der Aal nachtaktiv d.h., er mag die Dunkelheit! Möchte man am Tag Aale fangen so sollte es ebenfalls dunkel sein. Diesen Zustand erreichen wir, sofern das Gewässer eine gewisse Tiefe aufweist und am besten zusätzlich eine Menge Schwebstoffe mitführt, die das Gewässer trüben.  Bei der Tiefe, die ausreichen sollte um Aale am Tag zu fangen, sprechen wir von ca. 10 Metern. Diese Tiefe kann auch nach oben korrigiert werden, sofern die Schwebstoffe im Gewässer, welche die Sonnenstrahlen frühzeitig vom Gewässerboden abblocken, vermehrt auftreten. Ein positiver Umstand wäre zum Beispiel, ein von Schiffen stark befahrener Kanal. Der unermüdliche Einsatz der Schiffsschrauben durchpflügt das Gewässer und wirbelt den Boden auf, das Gewässer trübt sich. Außerdem wird auf diese Weise Nahrung aufgewirbelt bzw. von den Schiffsschrauben zerhäckselt, die dann langsam wieder zum Gewässergrund absinkt und gerne von Aalen angenommen wird. Bei dieser Methode auf Aale zu angeln, sollte man seinen Aalköder idealerweise in Vertiefungen, kleinen Gruben am Gewässerboden oder kurz vor Unterständen anbieten – also genau da, wo sich die trägen Aale über Tag ausruhen, bevor die Aale in der Nacht wieder zum Beutestreifzug aufbrechen.

Eine weitere Möglichkeit um Aale am Tage zu fangen, sind unterspülte Gewässerkanten, die meistens ein dichtes Wurzelwerk aufweisen. Diese Gewässer haben oft einen schnellen Strom und weisen häufig nur geringe Tiefen auf. Die unterspülten Gewässerkanten in Verbindung mit einem dichten Wurzelwerk bieten dem Aal ein Ruhelager für den Tag, aber auch die Möglichkeit, auf Nahrungssuche am Tage zwischen den Wurzeln zu gehen. Eine treibende Pose und ein geeigneter Köder, der den Geruchssinn des Aals ausnutzt, sollte die trägen Schlangen am Tage aus dem Wurzelwerk locken und zum erhofften Aalfang führen.

Angeln auf Aal am Tage – Ein Regenschauer zum Aal angeln
Als ebenfalls positiv beim Angeln auf Aal am Tage kann sich ein starker Regenschauer erweisen. Dieser führt in der Regel viel Erde und andere Schwebstoffe mit und trägt diese ins Gewässer. Der Fluss bzw. das Gewässer trübt sich, wodurch dem Aal die Voraussetzung für einen Streifzug geboten wird. Viel wichtiger aber, der Regen schwemmt ungeheure Mengen an Nahrung (Raupen, Schnecken, Fliegen und Würmer etc.) ins Gewässer, welche eine leichte und nahrhafte Mahlzeit für den Aal darstellt.
Auf gleiche Weise wird auch Treibgut ins Gewässer geschwemmt, welches sich langfristig an einer Stelle im Gewässer sammelt (Buchten, Bäume im Gewässer, Pumphäuser) und somit einen undurchdringlichen Treibgutteppich auf dem Gewässer bildet.
Wie beschrieben, lassen sich Aale direkt während eines Regenunwetters fangen, da mit den Sturzfluten und den Rinnsalen Nahrung ins Gewässer geschwemmt wird, aber ebenso lassen sich Aale auch nach dem Unwetter fangen. Die Aale wissen instinktiv, dass ein Regenschauer Nahrung ins Gewässer spült und nach diesem Unwetter sammelt sich das Treibgut an einer Stelle und bildet einen undurchdringlichen Treibgutteppich. An diesen Stellen lassen sich nun ebenfalls Aale fangen. Der Treibgutteppich hält die Sonne vom Gewässerboden ab, wodurch die Voraussetzung für die nachaktive Schlange gegeben ist und zugleich sucht der Aal Nahrung, die entweder mitgeschwemmt und zwischen dem Treibgut zu finden ist oder langsam durch die Wellenbewegung des Gewässers aus dem Treibgutteppich geschüttelt wird und zum Gewässerboden absinkt, wo der Aal bereits wartet und die Nahrung dankend entgegennimmt.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.0/5 (10 votes cast)